Nach dem Titelgewinn ging Ringer zu Boden und reckte die Arme in die Höhe. Wenig später schrieb der 25-Jährige bei Facebook: „Wahnsinnsgefühl! Nach anfänglichem, ruhigem Wettkampftempo ging es die letzten 600 Meter dann richtig ab.“

Wohl wahr. Nach einem Bummelrennen auf den ersten 2000 Metern verschärfte Rivale Orth ab dann das Tempo, Ringer und Bleistein befanden sich im Schlepptau. Zwischenzeitlich übernahm der Häfler die Führung, um in der letzten Runde erneut von Orth überholt zu werden. Eingangs der Zielgeraden sah der Bayer wie der sichere Sieger aus. Doch auf den letzten Metern flog Ringer heran und schob sich am Regensburger Konkurrenten vorbei.

Ringers Zeit: 8:29,57 Minuten, Orth benötigte 8:29,61. Den letzten Kilometer bewältigte Ringer in 2:26,5 und die letzten 200 Meter in 26,5 Sekunden. „Das war ein guter Test für Prag“, freute sich der neue Meister. „Auch bei einer EM werden die Medaillen in taktischen Rennen meistens auf den letzten Metern vergeben.“ Mit seinem Hallentitel hält der Mann vom Bodensee nun alle vier möglichen Titel auf der Langstrecke: Crosslauf, 10000 Meter, 5000 Meter und jetzt eben auch über 3000 Meter.